Cradle to Cradle Kongress 2016

Dieses Jahr auf dem Cradle to Cradle Kongress (23. und 24. Oktober) in Lüneburg waren Charlotte Stiefel (Verlagsinhaberin) und Regina Rohland (Presse & Social Media) zusammen unterwegs. Alte Bekannte, neue Kontakte, gute Gespräche und viele Inspirationen sind uns begegnet. Wir geben euch einen kleinen Einblick zu einem rundum gelungenen Programm und zeigen euch, was uns besonders gut gefallen hat.

Cradle to Cradle (dt. von der Wiege zur Wiege) heißt Dinge in ganz neuen Kreisläufen zu denken.

Die meisten Produkte, die uns umgeben und die wir jeden Tag benutzen, müssen nach ihrem Gebrauch wieder mühsam auseinander genommen werden. Oft gelingt das gar nicht vollständig und es entsteht jede Menge Müll, der die Umwelt und auch uns Menschen belastet.
Bei Cradle to Cradle werden in der Produktion Materialien und Stoffe eingesetzt, die vollständig in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Also für ein Leben ohne Abfall gemacht wurden.

Cradle to Cradle Kongress 2016

© neunmalklug verlag

Charlotte: Den Auftakt zum Kongress gab es bereits am Freitagabend mit einem Vortrag von Dr. Michael Braungart, der zusammen mit William McDonough das Cradle to Cradle Designkonzept entwickelt hat.

Obwohl ich inzwischen schon bei einigen Vorträgen von Braungart war, höre ich ihm immer wieder gerne zu. Seine teils etwas sprunghaften Aussagen lassen mich gleichzeitig den Kopf schütteln (über die Spezies Mensch) und Mut fassen (dass man doch noch etwas retten kann). Wir müssen nur umdenken und die Dinge intelligenter entwickeln. Gute Produkte gibt es bereits, neben Teppichen und Fenstern, die Feinstaub aus der Luft filtern, Kleidung, die keine giftigen Stoffe mehr enthält und Toilettenpapier, das unsere Wasser nicht verunreinigt, entstehen inzwischen ganze Gebäude nach dem C2C-Prinzip und hinterlassen einen positiven Fußabdruck. Denn laut Braungart ist es unsinnig, klimaneutral sein zu wollen und seinen Fußabdruck zu verringern:

Kein Baum ist klimaneutral und jedes Lebewesen hinterlässt einen Fußabdruck – wir müssen unseren nur positiv machen und somit Nährstoffe für die Umwelt bilden.

Dr. Michael Braungart | c2c Kongress 2016

Dr. Michael Braungart     © C2C e.V. / Max Arens

Der Cradle to Cradle Kongress lädt jedes Jahr verschiedene Akteure aus Wirtschaft, Politik, Bildung und Wissenschaft ein – und natürlich alle Interessenten.

Regina: Trotz morgendlicher Kälte, dafür beim schönsten Herbst-Sonnenschein sind Charlotte und ich zusammen mit unseren Miet-Fahrrädern vom Bahnhof Lüneburg gestartet. Ganz umweltbewusst versteht sich – und weil es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Lüneburg echt nicht so einfach ist 🙂 . Der Cradle to Cradle Kongress fand auch 2016 an der Leuphana Universität Lüneburg statt, einer der nachhaltigsten Hochschulen in Deutschland. Nach der sportlichen Aktion hatten wir auch den letzten Funken Müdigkeit aus unseren Knochen getrieben und waren fit für das volle Programm des Cradle to Cradle Kongresses.

Dr. Franz Alt

Dr. Franz Alt     © C2C e.V. / Max Arens

Obwohl der Kongress 2016 erst zum dritten Mal stattfand und der Cradle to Cradle e.V. selbst 2012 gegründet wurde, unterstützen ihn viele bekannte und beliebte Gesichter, z.B. die Schauspielerin Inez Bjørg David, die Köchin Sarah Wiener, der Geschäftsführer von Trigema Wolfgang Grupp und auch der erfahrene Journalist, Autor und Fernsehmoderator Dr. Franz Alt, der uns mit viele Humor als Moderator durch das prallgefüllte Tagesprogramm geführt hat.

Besonders spannend fanden wir die Diskussionsrunde zu „Alles Plastik, alles gut?“.
Nein, Plastik ist leider gar nicht gut, das war auch den Konsens der Experten Rudi Daelmans (Sustainability Director bei Desso Group BV), Dr. Barbara Scholz-Böttcher (Leiterin Zentrale Organische Analytik an der Universität Oldenburg) und Nadja Ziebarth (Leiterin des Meeresschutzbüros beim BUND) an der Seite der Moderatorin Katja Hansen (Cradle to Cradle Expertin und Senior Scientist EPEA Intl. Umweltforschung GmbH). Charlotte und ich haben noch einiges über Plastik im natürlichen Kreislauf gelernt. Viele der Kleinteile des Plastiks im Meer stammen von Verpackungsmüll. Sie machen nicht nur den Ozeanbewohnern das Leben schwer, sondern gelangen auch zu uns zurück, z.B. in der Nahrung oder in den Sand am Strand gemischt. Ganz klar, Plastik verschwindet nicht, es zersetzt sich nur und wird immer und immer kleiner. In winzigen Mikropartikeln findet man es heute fast überall.

Doch es gibt inzwischen auch einige gute Alternativen zum langlebigen Plastik. Vielleicht habt ihr schon von (Bio-)Kunststoffen gehört, die sich zersetzen ohne Schadstoffe zu hinterlassen.

Neunmalkluger Infofakt: Polylactide, auch Polymilchsäuren (kurz PLA, vom engl. Wort polylactic acid), sind solche Kunststoffe. Sie sind aus chemisch gebundenen Milchsäuremolekülen aufgebaut und können dadurch schneller von der Natur abgebaut werden. In Zukunft soll PLA vermehrt für die Herstellung von Verpackungen genutzt werden.

Eine optimale Lösung ist das leider noch nicht. Und wie die Meeresschützerin Nadja Ziebarth am Ende der Expertenrunde festhält, ist es egal an welcher Form von Kunststoff Lebewesen im Meer verenden. Das Problem bleibt der viele Müll, der sich in der Umwelt türmt. (Und um dagegen etwas zu tun, wird das Cradle to Cradle-Prinzip immer weitergedacht und neue Produktionsstoffe entwickelt).

Gute Sachen für einen positiven Fußabdruck

Umso schöner ist es, dass sich immer mehr Akteure, Wissenschaftler und Hersteller für Alternativen stark machen. Am Stand von Cradlelution haben auch wir einige tolle neue Produkte entdeckt, die nach dem Cradle to Cradle-Prinzip hergestellt werden. Mir hat vorallem die Thermoskanne ganz gut gefallen. Sie lässt sich einfach recyceln, da sie ohne Verbundskleber hergestellt ist. Und die Firma nimmt sie sogar nach Gebrauch oder bei Beschädigung zurück.

Und mitten drin auch die Bücher vom neunmalklug verlag:

Cradle to Cradle Kongress 2016

Charlotte am Stand     © neunmalklug verlag

 

Cradle to Cradle Kongress 2016

Cradlelution     © neunmalklug verlag

Wir danken für die tolle Präsentation und allen, die sich für unsere Bücher begeistert haben!

 

Gelernt haben wir auf dem Cradle to Cradle Kongress so einiges und viele interessante und auch hilfreiche Gespräche geführt. 😉
Wir wünschen uns das diese Bewegung weiter wächst – für einen positiven Fußabdruck!

Für einen tollen Ausklang sorgten Bela B. & Danube´s Banks.

Und als wir schon fast zur Tür raus waren, treffen wir noch persönlich auf Bela B., der sich noch die Zeit für ein Foto genommen hat.

Charlotte: Bela begrüßte mich mit einer Umarmung und ich durfte ein Foto von uns machen lassen. Dass er wirklich in das Buch gebissen hat, habe ich erst auf dem (leider verwackeltem) Foto gesehen. Das Buch mit seinem Zahnabdruck gebe ich jedenfalls nicht mehr her 🙂

Cradle to Cradle Kongress 2016

Charlotte mit Bela B.     © neunmalklug verlag

 

Wer sich jetzt brennend für die Arbeit des Cradle to Cradle Vereins interessiert:

http://c2c-ev.de/ der nächste Kongress findet am 20. / 21. Oktober 2017 statt!

Cradle to Cradle Kongress 2016

Regina und Charlotte     © C2C e.V. / Max Arens

 

Cradle to Cradle Kongress 2016

Bela B. bei seinem Auftritt mit den Danube’s Banks     © C2C e.V. / Max Arens

 

 

 

Charlotte
Über

Charlotte ist die Gründerin von neunmalklug. Sie ist immer auf der Suche nach nachhaltigen Alternativen zu diversen Dingen und bringt nun auch die Welt der Bilderbücher auf einen grünen Zweig. charlotte@neunmalklug-verlag.de

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