Ohne Plastik geht’s auch?

Als ich vor ein paar Jahren anfing mich mit unserer Welt zu beschäftigen und alltägliche Dinge des Lebens zu hinterfragen, stieß ich auch auf den Film „Plastic Planet“. Seit dem versuche ich so gut es geht auf Plastik zu verzichten. Nicht nur die Müllberge, Umweltverschmutzung und der Ressourcenverbrauch waren dafür ausschlaggebend, auch die gesundheitlichen Aspekte haben zu meinem Umdenken geführt. Weichmacher sind nur ein kleiner Teil der nachgewissen schädlichen Inhaltsstoffe von Plastik. UmweltverschmutzungSieben Weichmacher sind inzwischen von der EU als besonders gefährlich eingestuft worden. Sie können zu Unfruchtbarkeit führen. In Babyspielzeug sind sie zum Teil schon verboten, in Alltagsgegenständen aber nicht. So sind Babyflaschen frei von Phtalaten-Weichmachern, PET-Flaschen aber nicht. Die meisten Weichmacher nehmen wir über die Nahrung auf. Fetthaltige Produkte, wie Weichkäse, Erdnüsse und Kekse, die in Plastik verpackt sind, reichern sich mit ihnen an. Die giftigen Stoffe lagern sich anschließend in unserem Blut ab und sind im Urin nachweisbar. (Quelle: BUND)

 

Alternativen zu Plastik im Alltag …

Aber es ist unglaublich schwer komplett auf Plastik zu verzichten. Beim Lebensmitteleinkauf wird es zumindest, dank verschiedener „Unverpackt“-Läden, einfacher. Zur Aufbewahrung meiner Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Gewürze etc. benutze ich nur noch Einmach- und Weckgläser. Das hat den netten Nebeneffekt, dass es auch viel schöner aussieht, als in Plastikdosen. Als Trinkflasche benutze ich Flaschen aus Glas oder Bioplastik, die ich mit Leitungswasser fülle. Und inzwischen darf ich verkünden, dass ich mehr Stofftaschen als Plastiktüten besitze und auch immer eine mit mir herumtrage.

schokominze

… und wo sie (noch) fehlen

Aber es gibt immer wieder Grenzen an die man stößt. So beispielsweise wenn man mal wieder vor lauter Arbeit keine Zeit zum Kochen hat und sich deswegen in seinem Lieblingsrestaurant um die Ecke etwas zum Mitnehmen bestellt. Spätestens dann stapeln sich auf dem Tisch wieder Styroporverpackungen, Plastikbesteck und –tüten.

Tiffin-Projekt

Diesem Problem hat sich nun ein weiteres aktuell laufendes Crowdfunding-Projekt gewidmet. Unter dem Motto „Just taste, no waste“ sollen sogenannte Tiffin-Boxen aus schadstofffreiem Edelstahl eine nachhaltige Alternative zu Take-Away-Verpackungen bieten. Dadurch kann jeder in seinem Lieblingsrestaurant oder beim Imbiss um die Ecke sein Essen „müllfrei“ mitnehmen.

Angefangen haben die Gründer von ECO Brotbox bereits 2014 mit Lunchboxen aus Edelstahl, an Stelle von Plastik- oder Einwegverpackungen. Jetzt möchten sie das Thema Müllvermeidung auch in den Take-Away-Bereich bringen.

Bereits seit über 100 Jahren gibt es in Indien die sogenannten Tiffin-Boxen. Dort bekommen täglich über 200.000 Menschen ihr Mittagessen in diesen praktischen Edelstahlbehältern ins Büro geliefert. Für den deutschen Take-Away-Markt hat ECO Brotbox nun eine eigene Box kreiert: natürlich nachhaltig und fair produziert.

 

Ein einfaches aber effektives System

Take-Away

Im Rahmen des Projekts sollen umweltbewusste Menschen in Partnerrestaurants bewusst die Wahl zwischen der wiederverwendbaren Tiffin-Box und einer herkömmlichen Einwegverpackung haben. Die bestellte Mahlzeit wird also auf Wunsch direkt in den Edelstahlbehälter zum Mitnehmen gefüllt. So können mit jedem Einsatz etwa 30 Gramm Müll gespart werden.

Tiffin-BoxDie Tiffin-Box wird nach kostenloser Registrierung im Restaurant ausgeliehen und kann zu einem späteren Zeitdruck wieder zurückgegeben werden

Noch 13 Tage (nach Verlängerung) läuft die Kampagne auf Startnext und kann unterstützt werden.

Tiffin-Box tragen

Ich hoffe, dass die Diskussionen, die am heutigen Internationalen Plastiktüten freien Tag geführt werden, sich auch auf andere Bereiche ausweitet. Wir von neunmalklug finden, es sollte ein komplettes Umdenken im Produktdesign stattfinden. Inhaltsstoffe sollten von vornherein frei von Schadstoffen sein und nicht erst im Nachhinein getestet und Grenzwerte festgelegt werden. Aber bis dahin kann nur jeder einzelne versuchen etwas zu verändern und nicht nur heute alle Plastiktüten boykottieren. Vielleicht sind es als nächstes PET Flaschen und hoffentlich können wir bald auch „müllfrei“ unser Take-Away genießen.

 

Charlotte
Über

Charlotte ist die Gründerin von neunmalklug. Sie ist immer auf der Suche nach nachhaltigen Alternativen zu diversen Dingen und bringt nun auch die Welt der Bilderbücher auf einen grünen Zweig. charlotte@neunmalklug-verlag.de

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