“Wer mit beiden Beinen fest am Boden steht, kommt nicht wirklich weiter.”

Heute stellen wir euch Michi aus unserem Team vor. Bevor sie sich heute, passend zum “Fahrradtag”, auf einen ihrer vielen Drahtesel schwingt, hat sie sich die Zeit genommen ein paar Fragen im Freundebuch-Stil zu beantworten – schließlich sind wir in unserem kleinen Verlag viel mehr Freunde als Kollegen.

Ohne Michi gäbe es den neunmalklug verlag nicht so wie ihr ihn heute kennt: sie hat den Verlagsnamen geprägt, unser Logo entwickelt und verschönert unsere Online und Offline Präsenz immer wieder mit zahlreichen fantasievollen Zeichnungen. Und als wenn das nicht schon genug wäre, hat  sie sich als Illustratorin von Marta & Piet und bei der Entwicklung unseres Crowdfunding Videos als absolut unersetzlich erwiesen.

 

Mein Name ist Michi. michi2
Ich wurde am letzten verschneiten November-Mittwoch 1988 in Berlin Steglitz geboren.

Als Kind wollte ich immer Müllkippenbesitzer werden.

Jetzt bin ich froh, dass ich das nicht geworden bin.

Jedes kleine noch so brauchbare Teil, was auf der Straße lag, wurde von mir eingesammelt und weiterverarbeitet. Heute würde man dazu wahrscheinlich “Upcycling” sagen, früher war es in den Augen meiner Mutter ein unverständliches Sammeln von Müll. Alles was ich auf der Straße gefunden habe, hatte für mich noch einen Verwendungszweck. Und so kam es, dass mir eingeredet wurde, dass ich irgendwann einmal auf einer Müllhalde leben werde. Und ich dachte, wie wunderbar es wäre, wenn mir die Menschen ihre aussortierten Dinge direkt bringen würden und ich nicht mehr umständlich danach suchen müsste. Heute versuche ich nur noch mit wenigen Dingen zu leben und mich von unnötigen Ballast zu trennen. Außerdem bin ich furchtbar pingelig, was Ordnung angeht.

Meine Helden der Kindheit waren Piet Klocke, Max Raabe & Momo.

Piet Klocke und Max Raabe haben eine wunderbare Art von Humor, der leicht schelmisch und frech ist. Das habe ich schon als Kind geliebt und schaue mir heute noch gerne Piet Klocke an oder lausche den Liedern der 20er Jahre. Piet Klocke wird so langsam von Johann König abgelöst, denn auch er trifft genau den Nerv meiner Lachmuskeln.
Momo wurde mir als Kind vorgelesen. Was damals für mich einfach eine schöne Geschichte war, ist für mich heute so viel mehr Lebensweisheit geworden. Ich kann es nur jedem Erwachsenen empfehlen, dieses Buch zu lesen.

Als Kind war mein liebster Ort auf unserem Kletter-Apfelbaum, heute fahre ich mit meinem Fahrrad immer noch am liebsten raus in die Natur.

Besonders stolz bin ich auf gar nichts so wirklich, weil “stolz” ein ganz schön großer Begriff ist.

Bücher sind für mich lange Zeit eine Strafe gewesen.

Während der Schulzeit waren Bücher für mich ein rotes Tuch. Ich habe immer lange gebraucht zu lesen, konnte mich nicht richtig konzentrieren und fand es schwierig dem Geschriebenen zu folgen. Da es in der Schulzeit aber immer hieß, man müsse bis zum nächsten Tag 30 bis 40 Seiten gelesen haben und den ganzen Text komplett interpretieren können, war es für mich ein fürchterlicher Stress da mitzuhalten. Auch kann ich mit vielen ausgedachten Geschichten gar nicht so viel anfangen. Heutzutage lese ich vor allem Biografien oder Sachbücher. Nur selten kommt mir ein fiktiver Roman in die Hände, aber ich habe auch Literatur aus der Schulzeit schätzen gelernt – bspw. der “Fänger im Roggen” von J. D. Salinger. Aber das hat andere Gründe.

Das mache ich mit Begeisterung: Essen.

Und das schiebe ich immer wieder auf: den Passierschein A38 anfordern.

Ich hätte gerne folgende Superkräfte: Flugkraft.

Ich bin süchtig nach schönen Abenden mit Freunden, aber mit Discobesuchen kannst du mich jagen.

Das mache ich, wenn kmichi_arbeitendeiner zuschaut: Fragebögen ausfüllen.

Mein Leben besteht aus folgenden Zutaten:
Zwei gleiche Mengen Träumerei und Naivität, einer großen Portion Zuversicht und einem Quäntchen Optimismus.

Da war ich schon mal: ganz bei mir.

Da will ich unbedingt mal hin: da bleiben zu können.

In meiner Freizeit mache ich am liebsten: Unsinn, Quatsch und alles aus vollem Herzen.

Meine Geburt hat mein Leben verändert.

Meine Lebensphilosophie lautet: “Wer mit beiden Beinen fest am Boden steht, kommt nicht wirklich weiter.”
Ich weiß nicht, wer das gesagt hat. Aber ich finde es sehr passend. Heutzutage wird von einem oft verlangt endlich „mit beiden Beiden fest im Leben zu stehen”. Für mich ist das gleichbedeutend mit “auf der Stelle stehen” und sich mit der Situation zufrieden zu geben. Allerdings glaube ich, dass genau diese Einstellung der Gesellschaft dazu führt, dass sich niemand mehr etwas traut und sich in der vermeintlichen Sicherheit eines Jobs oder generell einer Lebenssituation wiegt. Fest auf dem Boden stehen bedeutet auch, keine Sprünge machen zu können – seien es Luftsprünge, Karrieresprünge oder einfach ein Sprung ins Ungewisse. Wer springt kann auch fallen, aber der Boden der Tatsachen fühlt sich nur hart an, wenn man nicht von der Stelle rückt.

Wenn ich mir einen Gesprächspartner für einen Tag wünschen dürfte, dann wäre das
jemand der wirklich hinhört, auch wenn es nichts zu sagen gibt, weil das ganze Leben ganz schön laut ist.

Eine besser Welt wäre für mich, wenn Profit niemals vor Nächstenliebe regiert.

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