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Erziehst du noch oder begleitest du schon?

Innenseite: Schwimm, kleines Boot. Wut darf sein!

Kinder auf Augenhöhe ins Leben begleiten

Hätte ich meine Kinderbücher für den neunmalklug verlag schon vor der Geburt meiner beiden Kinder geschrieben, wären sie vielleicht ganz anders geworden. Wahrscheinlich hätten sie nicht diesen zugewandten Blick. Und die Erwachsenen würden den Kindern in den Geschichten auch nicht auf Augenhöhe begegnen.
Denn bevor ich selbst Kinder bekam, dachte ich, ich wüsste wie Kindererziehung „funktioniert“. Weil ich mit Kindern immer ganz gut zurecht kam, wunderte ich mich manchmal, warum es vielen Eltern so schwer fiel, klare Regeln aufzustellen und diese dann auch konsequent durchzusetzen. 

In der Theorie wusste ich Bescheid, über die Sache mit dem Kinder großziehen. Was konnte daran also so schwer sein?

Zum Glück fiel schon in der ersten Schwangerschaft meine Aufmerksamkeit auf ein Buch, dessen Grundgedanken mich noch heute begleiten:

Ein Kind zu erziehen bedeutet an erster Stelle, es in der Besonderheit seines kindlichen Wesens bedingungslos anzunehmen und zu lieben. Erziehung ist Herzensarbeit und Geduld. Es gilt, dem Gast den guten Ort anzubieten und ihm so lange den inneren Halt zu geben, bis er seinen Weg selber kennt.

(Aus “Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen” von Jirina Prekop/Christel Schweizer erstmals erschienen 1990 im Kösel-Verlag, München)

Mit Begriffen wie attachment parenting, bedürfnis- und bindungsorientierter Elternschaft oder gar Beziehung statt Erziehung und unerzogen kam ich dann erst im Laufe meines Mutterseins in Berührung. 

Während ich im ersten Lebensjahr mein Kind noch recht entspannt und intuitiv begleiten durfte, tauchten im zweiten Lebensjahr die ersten Schwierigkeiten auf. Mit dem Laufen lernen verlor mein damals schon sehr willensstarker Sohn seinen Welpenschutz. Nun musste er erzogen werden, dachte ich. Und man darf ihm nicht alles durchgehen lassen. Doch mein Kind funktionierte meistens nicht so, wie es von ihm erwartet wurde. Mit Druck schon gar nicht. Plötzlich begann ich, mich in mein Kind hinein zu fühlen und brach sogar meine eigenen Regeln.

Denn mein Herz wollte nun vieles anders machen als mein Kopf. 

Innenseite: Schwimm, kleines Boot. Wut darf sein!

Von meinem Umfeld bekam ich oft Gegenwind: Mein Kind tanze mir auf der Nase herum und ich würde es nicht einmal merken. Das war hart, aber gleichzeitig auch der Schlüssel zu mir selbst. Ich warf alte Vorstellungen und Glaubenssätze über Bord und ging meinen eigenen Weg. Gemeinsam mit unserem gefühlsstarken Kind, das alle Gefühle nur in der Extremvariante kannte. Und somit auch eine sehr niedrige Frustrationstoleranz hatte. Wenn meinem Sohn alles zu viel wurde, dann weinte er laut, schrie und tobte. Wie gut, dass ich erkannte, dass keine Böswilligkeit hinter seinem Verhalten steckte und versuchte, seine Bedürfnisse zu sehen – so wie in der Anfangszeit, als er bei allen anderen noch unter Welpenschutz stand.

Die sechs Jahre, in denen ich nun Mutter bin, haben so einiges mit mir gemacht. Besonders beeindruckt hat mich ein Vortrag über Jesper Juul und seine beziehungsorientierte Sicht auf Kinder und Familien. Aber auch Danielle Grafs und Katja Seiferts Blog und die „Gewünschtestes Wunschkind-Bücher“ – die mir Charlotte einmal ans Herz gelegt hat – bestärken mich noch heute in meiner Haltung. Zuletzt habe ich mich von Nora Imlau und ihren beiden Büchern über gefühlsstarke Kinder so verstanden gefühlt wie noch nie. Allen, die mit Kindern zu tun haben, empfehle ich diese Bücher, die mich meinen Kindern immer wieder ein Stück näher gebracht haben. Da kommt wohl die Buchhändlerin aus mir raus. Aber ich weiß auch, dass nicht jeder die Zeit findet, so viel zu lesen, wie ich es tue. Denn Kinder großzuziehen ist eine der schwierigsten und anstrengendsten Aufgaben, die es gibt.

Im letzten Jahr kam mir dann ein Gedanke: Wie wertvoll wäre es für mich damals gewesen, wenn unter unseren zahlreichen Bilderbüchern auch eines dabei gewesen wäre, in dem ein Kind auf Augenhöhe begleitet wird. Eine Geschichte, die mich beim Vorlesen mehrmals täglich in unserem Weg bestärkt hätte. Und vor allem an schwierigen Tagen daran erinnert hätte, dass es richtig ist, Kindern so zu begegnen.

Nun hab ich es selbst geschrieben, dieses Buch!

In Schwimm, kleines Boot erlebt ein Mädchen zusammen mit seiner Oma einen aufregenden Tag in der Natur. Mit allem was dazugehört: über Baumstämme balancieren, Vögeln lauschen und aus Rinde, Moos und einem Stock ein Boot bauen. Aber zum Tag eines Kleinkinds gehören eben auch Frust und Enttäuschung, und auch das wird thematisiert. In Reimen und aus Sicht des Kindes erzähle ich eine kleine Geschichte, in der die Oma empathisch und zugewandt bleibt und die Wut ihres Enkelkinds liebevoll begleitet.

Eine Geschichte für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, damit endlich jeder versteht, dass ein Kind nicht den ganzen Tag funktionieren muss. Dass es auch wütend und frustriert sein darf. Und wir als Erwachsene unsere Kinder dabei begleiten dürfen. Damit sie lernen, mit diesen Gefühlen umzugehen und daran zu wachsen. Dass sie auf Augenhöhe ins Leben begleitet werden, das wünsche ich allen Kindern!

Schwimm, kleines Boot
Pappilderbuch ab 2 Jahre

Coverabbildung: Schwimm, kleines Boot
Verlegerin Sarah

 

Eure Sarah

Mehrwertsteuersenkung – warum sich bei unseren Preisen nichts ändern wird.

Mehrwertsteuersenkung
Mehrwertsteuersenkung

Das Coronavirus Covid-19 hält uns weiterhin beschäftigt. Die Bundesregierung hat „zur Entlastung der Bürger“ eine Mehrwertsteuersenkung für die nächsten 6 Monate beschlossen.

Doch was bedeutet das für uns kleine Verlage und unsere Bücher?

Wir haben uns darüber mit Nina vom Eichhörnchenverlag ausgetauscht und zusammen diesen Blogartikel verfasst.

Der Mehrwertsteuersatz bei Büchern:

Für Bücher gilt derzeit und wieder ab dem 1. Januar 2021 der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%. 

Durch die Senkung wären es dann nur noch 5%. Das bedeutet eines unsere Bücher, sagen wir mal Die Kuh ruft Muuuh, würde nach einer Preisanpassung unter Berücksichtigung des neuen Mehrwertsteuersatzes statt 12,00 €  noch 11,77 € kosten. Bei Nina sehen die Preise ähnlich komisch aus: Das Buch İda’nin Yolu / Idas Weg aus dem Eichhörnchenverlag würde statt 16,00 € noch 15,70 € kosten.

Die Buchpreisbindung:

In Deutschland gilt die Buchpreisbindung. Das bedeutet jedes Buch hat einen festen Ladenpreis, den jede*r Händler*in einhalten muss. Jedes Buch kostet also überall genau das Gleiche. Dadurch sollen Preiskämpfe zwischen großen und kleinen Händler*innen vermieden werden.

Im Buchhandel wird immer mit dem (Brutto)-Ladenpreis gerechnet. Der Wiederverkäufer bekommt vom Verlag 25–50% Rabatt auf den Ladenpreis. Somit haben Bücher keinen richtigen Nettopreis – er lässt sich nur errechnen.

Preisänderungen:

Bringt ein Verlag ein neues Buch heraus, wird es dem VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) gemeldet. Da das VLB als Preisreferenzdatenbank dient, muss ihm eine Preisänderung sofort gemeldet werden. Um es dem Handel einfacher zu machen, lassen die meisten Verlage (wie auch wir) die Preise direkt auf das Buch drucken. 

Ändert sich ein Preis nun, muss der Verlag die Änderung dem VLB sowie den Buchhändler*innen melden, die nun alle Exemplare des fraglichen Titels händisch umzeichnen (also mit dem neuen Preis auszeichnen) und den Titel im eigenen Webshop aktualisieren müssen. Den gleichen Aufwand müssen wir als Verlage mit direktem Vertrieb und eigenem Webshop natürlich auch betreiben.

Wir finden, das ist ganz schön viel Aufwand für ein paar Cent, der sich zudem verdoppelt, wenn die Maßnahmen in einem halben Jahr wieder rückgängig gemacht werden müssen.

Weitere Auswirkungen:

Durch die Anpassung unserer Buchpreise an den kurzzeitig gesenkten Mehrwertsteuersatz müssten wir außerdem unsere Datensätze bzw. die Software unserer Kassen, Warenwirtschaftssysteme und die Buchhaltungssoftware aktualisieren. Zudem würden sich unsere bewusst gewählten runden Preise wieder ändern.  
Einen eigenen Artikel zum Thema „runde Preise“ hat Nina hier verfasst:

Und was machen wir nun?

Wir werden unsere Preise so lassen, wie sie sind. Wir glauben, die um einige Cent günstigeren Preise werden uns weder neue Buchkäufer*innen generieren, noch den Buchhändler*innen nützen, die mit der Umzeichnung der Bücher viel Arbeit hätten.

Leider werden sie trotzdem auch unsere Verlage nicht so reich machen, dass wir von unserer Verlagsarbeit allein leben könnten.

Wir sind kurzum der Überzeugung, dass unsere Energien und Ressourcen besser in unsere inhaltliche Arbeit zum Beispiel an unseren Herbstnovitäten investiert sind und hoffen, dass unsere Kund*innen diese Ansicht teilen.

In diesem Sinne freuen wir uns auch weiterhin auf den Austausch über und das Leben mit richtig guten Bilderbüchern, die ihren Preis wert sind.

Charlotte vom neunmalklug verlag

und

Nina vom Eichhörnchenverlag

P.S.:
Wer sich noch näher mit diesem Thema beschäftigen möchte, den verweisen wir gerne auf die Seite des Carpathia-Verlags (Danke, für die ausführliche Beschreibung!)

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Die Duftspur der Ameisen erforschen

Hast du dich schon einmal gefragt, wie Ameisenstraßen entstehen?

Hat eine Ameise etwas zum Fressen entdeckt, legt sie eine Duftspur. Dieser Spur folgen nun alle Ameisen. So entstehen die perfekten Ameisenstraßen.

Mit einem einfachen Spiel lässt sich eine Ameisenstraße umleiten. Mache es aber nur in der Natur und nicht um Ameisen aus dem Haus zu bekommen! Dazu empfehle ich eine andere Möglichkeit (s.u.)

Ameisenstraße
Das brauchst du dazu:
  • ein Blatt Papier
  • Zuckerwürfel
  • etwas Wasser
  • eine vorhandene Ameisenstraße / Ameisen

Lege das Blatt Papier auf den Boden. Du solltest in der Nähe ein paar Ameisen gesehen haben.

Befeuchte einen Zuckerwürfel mit 1–2 Tropfen Wasser. Male nun mit dem Zuckerwürfel eine Straße (am besten mit vielen Kurven) auf das Blatt Papier.

Die Ameisen sollten nach ein paar Minuten den Zucker gerochen haben und der Straße folgen.

Variante:

Lege dazu ein Stück Apfel auf ein Blatt Papier. Sobald die Ameisen den Leckerbissen entdeckt haben, werden sie ihre Straße dorthin verlegen. Dabei legen sie eine Duftspur, die den anderen Ameisen den Weg zum Apfel zeigt.

Lege das Blatt nun etwas zur Seite und beobachte, was die Ameisen nun tun.

Das kannst du gegen Ameisen im Haus tun (ohne Gift!)

Solltest du allerdings eine Ameisenstraße im Haus haben, empfehle ich dir etwas Zimt zu streuen. Den Geruch mögen Ameisen nämlich gar nicht und sie ergreifen die Flucht.

Viel Spaß beim Ameisen erforschen!

Cover: Guck mal, wer lebt im Wald?

Mehr über Ameisen und andere Wald- und Gartenbewohner sowie weitere Mitmach-Anleitungen findest du in unserem Buch „Guck mal, wer lebt im Wald. Ein Naturführer ohne Bilder„. Er funktioniert übrigens ganz ohne Text. Also perfekt für Kindergartenkinder.

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Wir bauen ein Regenwurmterrarium

Regenwurmbeobachtungsstation

Was macht ein Regenwurm unter der Erde? Und warum sind Regenwürmer so toll für den Garten?

Um das herauszufinden, kannst du dir ganz einfach eine Beobachtungsstation für Regenwürmer bauen.

Regenwurmbeobachtungsstation
Das brauchst du dazu:
  • Ein großes Einmachglas (oben offen)
  • Sand
  • Erde
  • Nahrung: zerkleinerte Blätter, Eierschalen
  • Zeitungspapier
  • eine Schnur
  • und natürlich 1–3 Regenwürmer

Fülle abwechselnd Sand und Erde in das Einmachglas, bis es zu 3/4 voll ist.

Im Garten oder Wald kannst du nun auf Regenwurmsuche gehen. Grabe dazu vorsichtig mit einer kleinen Schaufel in der Erde. Am schnellsten findest du Regenwürmer, wenn die Erde etwas feucht ist, z.B. wenn esvor kurzem geregnet hat. Hast du welche gefunden, setze sie vorsichtig, am besten mit Erdklumpen, in das Einmachglas. Decke sie mit Pflanzenblättern, Eierschalen oder Rasenschnitt ab. 

Die Regenwürmer vergraben sich sofort in der Erde. Da sie Licht meiden, umwickle das Einmachglas am besten mit Papier und einer Schnur.

Befeuchte die Erde regelmäßig mit Wasser, denn Regenwürmer haben es gerne feucht. Benutze dazu eine Sprühflasche.

Übrigens, weißt du warum Regenwürmer Regenwürmer heißen?

Nicht, weil sie Regen mögen oder das Gegenteil, Angst haben zu ertrinken. Der Name kommt von „reger Wurm“, so nannte man sie noch im 16. Jahrhundert. Und diese Bezeichnung passt doch perfekt zu diesen emsigen Bodenbewohnern.

In den nächsten Tagen kannst du beobachten, wie die Regenwürmer Gänge graben und sich die Schichten vermischen. Deshalb sind Regenwürmer auch so wichtig für den Garten: weil sie mit ihren Gängen den Boden auflockern und vermischen. Gib den Würmern regelmäßig neues Futter. Besonders lustig finde ich es zu sehen, wie sie ganze Blätter in ihre Gänge ziehen. Du kannst anschließend sehen, wie die Blätter zu neuer Erde werden.

Vergiss bitte nicht die Regenwürmer nach einer gewissen Zeit wieder frei zu lassen.
Viel Spaß beim Beobachten.

Cover: Guck mal, wer lebt im Wald? Naturführer in Bildern

Mehr über Regenwürmer und andere Wald- und Gartenbewohner sowie weitere Mitmach-Anleitungen findest du in unserem Buch „Guck mal, wer lebt im Wald. Ein Naturführer ohne Bilder„. Er funktioniert übrigens ganz ohne Text. Also perfekt für Kindergartenkinder.

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Kassenzettel für den Müll

Kassenbonpflicht! Wer ärgert sich eigentlich aktuell nicht darüber?

Hier die Infos zu Anfang:

Der Verkäufer ist verpflichtet einen Kassenbon zu generieren!

Durch ein neuen Sicherheitssystem – das übrigens bereits vor einigen Jahren beschlossen und schrittweise umgesetzt wurde – soll Steuerhinterziehung verhindert werden. Ein Steuerfahnder kann nun einfach an Hand eines Kassenbons sehen, ob dieses System eingesetzt wird und sich über einen besonderen QR-Code weitere Informationen besorgen.

Dieser besondere QR-Code muss übrigens bis spätesten September auf allen Kassenbons aufgedruckt sein. D.h. der Bon wird noch länger!

Hier kommt die Lösung aus dieser Thermopapierflut:

Eine digitale Erstellung ist auch möglich! Dazu zählt beispielsweise der Versand des Bons per SMS oder E-Mail. Oder noch besser: das anonyme abscannen eines QR-Codes (nicht zu verwechseln mit dem für den Steuerfahnder, der auf dem Kassenzettel sein wird.

Der Kunde muss den Bon aber nicht mitnehmen!

Dadurch wandert der Bon bei den meisten Geschäften vom Drucker direkt in den Müll. Dazu gleich mehr …
Selbst wenn ich mir nun einfach einen QR-Code anzeigen lasse, bin ich nicht verpflichtet diesen abzuscannen.

–> 💚 Wäre das nicht die einfachste und umweltfreundlichste Lösung von allen? 💚

Und was passiert bis dahin mit dem Kassenbonmüll?

Die Tage habe ich eine Umfrage bei Facebook gemacht und gefragt, in welcher Tonne deine Kassenbons in der Regel landen. Das Ergebnis hat mich gefreut :) Die meisten werfen ihn tatsächlich in den Restmüll.

Ich selbst war bis vor Kurzem hin und hergerissen. Denn seit Anfang des Jahres ist Bisphenol A im Kassenbonpapier verboten und einige Ökobon-Anbieter behaupten auch, dass ihre Belege in das Altpapier können.

Doch spätestens nach diesem offiziellen Artikel des Umweltbundesamtes gehe ich lieber auf Nummer sicher:

Kassenzettel bestehen aus Thermopapier. Das ist ein Spezialpapier, das Farbentwickler enthält, der unter Temperatureinwirkung in einer chemischen Reaktion die Schwarzfärbung des Papiers auslöst. Dafür wurde bislang vorwiegend Bisphenol A und S eingesetzt. BPA ist nun in der EU verboten – bzw. (nur) ein Grenzwert festgelegt, da es Einfluss auf unser Hormonsystem nimmt. Zu BPS gibt es noch keine abschließenden Bewertungen!!!

Da es für uns Kunden fast unmöglich ist bisphenol- und phenolfreies Thermopapier oder gar farbentwicklerfreie Kassenzetteln zu erkennen, empfiehlt sich die Entsorgung über den Restmüll. Über Hygieneprodukte aus Recyclingpapier gelangen diese Gifte zurück zu uns und in die Umwelt!

Übrigens ein Grund mehr für uns, erst einmal für Kinderbücher nur Papier aus Frischfasern zu verwenden!

Um also unser Recyclingpapier langfristig endlich “sauber” zu bekommen, solltest du deine Kassenbons lieber nur in die schwarze Tonne werfen. Und ich hoffe, dass bald die QR-Code-Erzeugung sich durchsetzt und/oder es eine Lösung komplett ohne Bonerzeugung geben wird.

Und weil ich es so spannend fand, hier noch ein paar kleine Stories zum Kassenbonpflicht:

  • Deutschland ist eines der letzten Länder, die diese Kassenbonpflicht umgesetzt haben. Frankreich hat sie zwar wieder abgeschafft, dafür aber eine direkte Übermittlung von der Kasse ans Finanzamt eingeführt.
  • In Italien war bis vor kurzem die Mitnahme des Bons verpflichtend. Wurdest du auf der Straße ohne den Beleg zu deinem Einkauf erwischt, musstest du zurück in den Laden und den Einkauf irgendwie nachweisen. Das hat allerdings die Touristen verschreckt. Deswegen macht es Italien jetzt wie Tschechien.
  • In Tschechien ist auf jedem Bon eine Gewinnzahl aufgedruckt, mit der man automatisch an einer Kassenbonlotterie teilnimmt und Geld gewinnen kann. Natürlich nimmt dann jeder freiwillig einen Beleg mit.

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Umdenken für einen positiven Fußabdruck #positivefootprint

grüner Fußabdruck

Unter diesem Hashtag stand der 6. Cradle to Cradle Congress. Die Veranstaltung wird jährlich von der Cradle to Cradle NGO (ehemals e.V.) ausgerichtet und fand in diesem Jahr zum ersten Mal in Berlin statt. Ziel ist es, sich auszutauschen und die sogenannte C2C-Denkschule weiterzuverbreiten.

Viele große Firmen waren anwesend und haben ihre Produkte und Weiterentwicklungen vorgestellt. Darunter C&A, Werner & Metz (Frosch-Reinigungsmittel), die Lidl-Stiftung, der Druckfarbenhersteller HuberGroup und die Druckerei Vögeli aus der Schweiz.

Cradle to Cradle Congress 2020 FreundeskreisCradle to Cradle Congress 2020 Mode

Aber auch neue Firmen, wie Bayonix, die eine leichte, C2C-zertifizierte Sporttrinkflasche auf den Markt gebracht haben. Diese ist komplett biologische abbaubar und zu 100% recyclebar.

Junge Unternehmen wir Follow Food (mir bekannter durch die Marke Follow Fisch) und der Snack-Anbieter Wildcorn stellten ihre Herangehensweise an eine umweltfreundliche Verpackung dar.

Bekannte Persönlichkeiten wie die Fernsehköchin Sarah Wiener, die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Svenja Schulze und Nina Eichinger als Moderatorin des Congress waren anwesend.

Cradle to Cradle Congress 2020 Netzwerkstand Neunmalklug

Cradle to Cradle Congress 2020 Netzwerkstand NeunmalklugNeben Panels, Vorträgen und Diskussionsrunden, gab es auf dem Congress im Netzwerk-Café genug Zeit um sich zu bestimmten Themen und Produkten auszutauschen. Auch ich stellte den Verlag dort vor und sammelte Ideen, wie sich das doch sehr komplexe Thema C2C auf einfache Sätze für Endkunden und auch für Kinder herunterbrechen lässt.

Besonders habe ich mich dabei über eine erneute Vernetzung mit dem Kinder- und Jugendmuseum in Donaueschingen gefreut, das dieses Jahr zum ersten Mal einen parallel laufenden Kinder-Congress ausgerichtet hat. Aber es gab auch viele weitere spannende Gespräche und du kannst gespannt sein, was entstehen wird :)

 

Nach all den vielen Gesprächen hoffe ich nun auch dich von Cradle to Cradle zu überzeugen:

Cradle to Cradle (C2C) beschreibt ein Konzept innerhalb der Circular Economy. Alle Produkte, die hergestellt werden, sollen sich positiv auf Umwelt und Mensch auswirken. Dafür müssen Dinge neu designt und für Kreisläufe gemacht werden. Praktisch bedeutet das: Produkte müssen entweder so hergestellt werden, dass sie wieder zurück in die Natur können, also kompostierbar sind, ohne giftige Reststoffe zu hinterlassen. Oder sie müssen perfekt für ein Recycling sein, also zu neuen hochwertigen Produkten werden (kein Downcycling!, wie bspw. von der PET-Flasche zum Fleecepullover, dessen Fasern dann als Mikroplastik im Wasser landen). Dazu gibt es bereits viele praktische Beispiele: Kleidung, Teppiche, Druckprodukte, Wasserflaschen und Reinigungsprodukte.

 

Seit zwei Jahren gibt es nun auch eine Initiative namens Healthy Printing von Firmen, die sich gemeinsam für saubere Druckprodukte einsetzen. Wir sind ebenfalls Mitglied und es war toll sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Ich freue mich sehr darüber, dass es inzwischen im deutschsprachigen Raum bereits zwei weitere Druckereien gibt, die nun C2C anbieten. Und auch größere Verlage wie bspw. Random House und Kosmos, die bereits einige Bücher mit einen positiven Fußabdruck herausgebracht haben.

 

Positiver Fußabdruck, was ist damit eigentlich gemeint?

Der „Erfinder“ von C2C, Michael Braungart kritisiert immer wieder unsere aktuelle Nachhaltigkeitsdebatte. Denn zu verzichten und Dinge weniger schlecht zu machen reicht einfach nicht. Wir müssen Dinge richtig machen! Weniger schlecht ist nicht gleich gut! Und dazu gehört es auch einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen. Klimaneutral zu sein – was übrigens beim Green Deal bis 2050 umgesetzt sein soll – bedeutet eigentlich tot zu sein. Denn kein Baum ist klimaneutral! Wir müssen stattdessen klimapositiv sein und Nährstoffe für die Natur produzieren. Der Mensch sollte sich als Nützling sehen. Das ist die Vision von Cradle to Cradle!

Und dieses Ziel setzen wir uns nun gemeinsam!

Mit jedem C2C-zertifiziertem Buch, Postkarte und einem anderen Druckprodukt können wir einen positiven Fußabdruck hinterlassen. Je größer das Interesse daran wird, von Seiten der Endkunden, als auch der Firmen, umso schneller können wir der Druck und Verlagsbranche zu einem positiven Fußabdruck verhelfen. Von aktuell einigen sauberen Printprodukten aus Frischfaser-Papier, möchten wir gemeinsam langfristig gesundes Recylingpapier produzieren – ohne giftigen Klärschlamm zu hinterlassen.

 

So und nun bist du an der Reihe diese Message weiterzutragen!

Wenn du noch Fragen dazu hast, dann schreib mir gerne. Ansonsten findest du hier und hier noch wunderbare Erklärungen rund um C2C.

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